Nothilfe Sierra Leone

HASENE International e. V.

Kreissparkasse Köln
IBAN: DE80 3705 0299 0149 2890 54
BIC: COKSDE33XXX

NOTHILFE

 

Nothilfe für Flutopfer in Sierra Leone

 

Im Rahmen der Nothilfe-Aktion für das westafrikanische Sierra Leone hat ein zweiköpfiges Hasene-Team Lebensmittel und Decken in der Hauptstadt Freetown verteilt.

 

Nach tagelangen schweren Regenfällen war es im August zu einem verheerenden Erdrutsch gekommen, bei dem rund tausend Menschen ums Leben kamen. Zahlreiche weitere Bewohner des betroffenen Stadtgebiets werden noch vermisst.

Die Überlebenden sind obdachlos, sie hausen in behelfsmäßigen Unterständen.

 

An die 415 am schlimmsten betroffenen Familien wurden zunächst Notrationen bestehend aus Reis, Zwiebeln und Öl ausgegeben, außerdem sauberes Trinkwasser und Decken.

 

Hasene-Mitarbeiter Hakan Eğriağaç berichtet: „Es waren vor allem Frauen, die zu unserer Ausgabestelle kamen, viele in von ihnen in Begleitung ihrer Kinder. Obwohl wir Coupons ausgegeben hatten, um sicherzustellen, dass jeder Bedürftige auch ein Lebensmittelpaket bekommen würde, war die Sorge der Frauen groß, leer auszugehen.“

 

Mit der Verteilung von Hilfsgütern ist nur ein erster Schritt getan. „Langfristig wird es darauf ankommen, die Menschen wieder in richtigen Häusern unterzubringen“, betonte Eğriağaç.

 

Substanzielle Hilfe erforderlich

 

Sierra Leone gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Der blutige Bürgerkrieg mit dem Nachbarland Liberia hat die Wirtschaft und Infrastruktur schwer geschädigt. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als zwei Dollar am Tag. Die Säuglings- und Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Auch die Gesundheitsversorgung ist in einem desolaten Zustand. Medikamente gibt es nur in der Hauptstadt, auf zehntausend Einwohner kommt ein Arzt. Auch die Ebola-Epidemie, die zwischen 2014 und 2016 in dem Land wütete, hat Spuren hinterlassen.

Die größte Sorge bereitet den Menschen in Sierra Leone derzeit aber die Wasserknappheit. „Obwohl es hier bis zu sechs Monate im Jahr regnet, gibt es kaum ausreichend sauberes Trinkwasser“, beklagt Hakan Eğriağaç

 

Kinder leiden am meisten

 

Wie in allen Kriegs- und Krisengebieten leiden auch in Sierra Leona vor allem die Kleinsten.

Viele Kinder und Jugendliche sind durch den Bürgerkrieg traumatisiert. Zahlreiche Schulen, insbesondere in den ländlichen Gebieten, sind zerstört. Trotz einer eigentlich neunjährigen Schulpflicht geht in den Dörfern und Kleinstädten kaum ein Kind zur Schule.

 

Hakan Eğriağaç berichtet von Besuch der Helfer in Lungi, einer etwa eine Stunde von Freetown entfernt liegende Stadt: „Neben den Hilfsgütern hatten wir für die Kinder auch kleine Geschenke, Süßigkeiten und Schulzeug dabei. Das war für sie etwas ganz besonderes. Einem kleinen Jungen blieb nur ein Bleistift. Den hat er sich gleich geschnappt und ist weggelaufen. An einer Hausecke blieb er stehen und untersuchte den Stift ganz genau. Ein anderes Kind ist uns bei unserer Abfahrt noch drei Kilometer weit nachgelaufen.“

 

Die Lebenswelt der Kinder sei von Mangel geprägt, erzählt der Helfer. Oft fehle es am Nötigsten. Trotzdem seien die Kinder meist fröhlich und auch sehr einfallsreich, wenn es darum ginge, Spielzeug aus primitivsten Mitteln selbst zu basteln.

 

Für die beiden Hasene-Mitarbeiter Eğriağaç und Irmak jedenfalls ist klar, dass die Nothilfe-Aktion nur ein Anfang gewesen ist. „Die Menschen winkten uns zum Abschied“, erinnert sich Eğriağaç, „und riefen: ‚vergesst uns nicht!‘.“

ONLINE SPENDE…