Zakat

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Zakat bedeutet wörtlich „Segen“, „Reinheit“, „Vermehrung“ und „Lob“. Die Zakat ist ein Gottesdienst, bei dem ein fester Teil von bestimmten Gütern für bestimmte Zwecke entrichtet wird.

Die Zakat wird jährlich berechnet und den entsprechenden Einrichtungen übergeben. Der Zakat-Betrag kann entweder über das zakatpflichtige Gut selbst oder über seinen Wert berechnet werden.

Zakat

Häufig gestellte Fragen über Zakat

Die Zakat im Koran

Zakat im Sinne einer Pflicht an 30 Stellen vor. Darüberhinaus wird in 14 Versen das Wort „Sadaka“ verwendet. Einige dieser Stellen meinen ebenfalls die Zakat.

„Nimm von ihrem Vermögen eine Spende, um sie dadurch zu reinigen und zu läutern, und bete für sie. Siehe, deine Gebete bringen ihnen Beruhigung. Und Allah ist hörend und wissend.“

(Sure Tawba, 9:103)

„Gewiss, ihr seid diejenigen, die eingeladen sind, auf Allahs Weg zu spenden, doch einige von euch sind geizig. Wer aber geizig ist, ist nur geizig gegen sich selbst. Allah ist der Reiche, und ihr seid die Armen. Aber wenn ihr euch abwendet, wird er euch gegen ein anderes Volk austauschen. Und sie werden nicht wie ihr sein.“

(Sure Muhammad, 47:38)

Die folgenden drei Verse begründen die Zakat als verpflichtenden Gottesdienst:

„Und verrichtet das Gebet und zahlt die Zakat.“

(Sure Bakara, 2:110)

„Nimm von ihrem Vermögen einen Zakat, um sie dadurch zu reinigen und zu läutern.”

(Sure Tawba, 9:103)

„Gebt davon nach Gebühr am Tag der Ernte.“

Sure An’âm, 6:141)

Die Zakat in der Sunna

Die folgenden Hadithe begründen die Zakat als Gottesdienst:

„Der Islam basiert auf fünf Säulen. Eine davon ist die Zakat.”
(Buhârî, Îmân, 1, 2)

Der Prophet sprach zu Muâz ibn Dschabal, als er ihn als Statthalter in den Jemen entsandte:

„Teile ihnen mit, dass Allah, der Erhabene, die Zakat als Pflicht auferlegt hat. Nimm die Zakat von ihren Reichen und gib sie den Bedürftigen.“
(Buhârî, Zakat, 1)

Alle Rechtsgelehrten betrachten die Zakat als Pflicht. Die Zakat ist für jeden dazu verpflichteten Muslim eine einmal jährlich zu entrichtende Abgabe. Wer diese Pflicht verleugnet, verliert seinen Glauben. Wer diese Pflicht annimmt, sie aber in zu geringem Umfang entrichtet, ist ein Sünder.

Für wen ist die Zakat Pflicht?

Geistig gesunde, erwachsene, muslimische Männer und Frauen, die mehr besitzen als den Nisâb-Betrag, sind dazu verpflichtet. Diese entrichten einen bestimmten Betrag, nach Abzug ihrer Grundbedürfnisse und Schulden.
An wen ist die Zakat zu zahlen?

„Die Zakat ist nur für die Armen und Bedürftigen und die, welche sich um die Verwaltung (der Zakat) bemühen, und die, deren Herzen gewonnen werden sollen, und für die Gefangenen und die Schuldner und die Sache Allahs und den Reisenden. (Das ist) eine Vorschrift von Allah. Siehe, Allah ist wissend und weise.“

(Sure Tawba, 9:60)

Laut den Gelehrten kann die Zakat an alle oder einige der acht in diesem Vers genannten Gruppen gezahlt oder unter ihnen gerecht verteilt werden.

Nicht nur die Armen und Bedürftigen haben einen Anspruch auf Zakat und Fitra, denn diese Abgaben stehen auch anderen Gruppen zu. Deshalb ist es wichtig, sie unter den genannten Gruppen gerecht zu verteilen. Die Zakat wurde in der islamischen Geschichte als ein gemeinschaftlicher Gottesdienst verstanden. Deshalb wurde die Gründung einer Organisation als notwendig erachtet, um Arme und Bedürftige nicht in ihrer persönlichen Würde zu verletzen, wenn sie eine Spende empfangen. Diese gemeinschaftliche Organisation ist ebenfalls eine Pflicht.

Die Zakat wird für folgende Zwecke und Gruppen eingesetzt: bedürftige Studierende und Schüler; die religiöse/kulturelle Bildung von muslimischen Kindern in Europa und andere Bildungsprojekte; bedürftige Witwen und Waisen sowie Personen ohne Einkommen; Kranke, die aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht behandelt werden können; finanziell schwache Schulen, Stiftungen und Krankenhäuser; Opfer von Naturkatastrophen wie z. B. Erdbeben und Überschwemmungen; Bedürftige, die dem Islam und den Muslimen gute Dienste erweisen; Kriegsopfer und Flüchtlinge; alle Einrichtungen, die zur Wahrung des muslimischen Lebens notwendig sind und gute Dienste leisten.

Zakatpflichtiges Eigentum

Als Zakat auf Gold, Silber, landwirtschaftliche Produkte, Nutztiere und Handelsgüter kann ein Teil davon oder der entsprechenden Geldwert entrichtet werden.

Ziel der Zakat ist es, die Bedürfnisse der Bedürftigen zu stillen. Die Zakat kann sowohl aus dem Eigentum selbst abgeführt als auch in Form eines entsprechenden Geldbetrages entrichtet werden. Die Bedürftigen können mit diesem Geld ihre Bedürfnisse selbst decken.

Die Tugend der Zakat

Die Zakat ist Ausdruck des Dankes für Allahs Gaben. Durch die Zakat wird der Besitz nicht geschmälert. Ganz im Gegenteil wird das Eigentum, auf das Zakat gezahlt wurde, gesegnet und vermehrt sich. Es gibt niemanden, der verarmte, weil er Almosen gab. Im Koran heißt es:

„… Wahrlich, wenn ihr dankbar seid, will ich euch (noch) mehr geben …”
(Sura Ibrâhîm, 14:7)

„Siehe, wer (…) die Zakat zahlt, deren Lohn ist bei ihrem Herrn …“
(Sure Bakara 2:277)

Der Prophet sagte:

„Gebt von eurem Eigentum die Zakat und schützt es, heilt eure Krankheiten mit der Gabe von Spenden und bereitet euch auf künftiges Übel mit Gebeten vor.“
(Tabarâni und Abû Nuaym al-Hilya)

„Reinigt euer Eigentum durch die Zakat.“
(Lubab al-Hadith)

Das Gebot der Zakat

Die Zakat nicht zu entrichten hat Folgen für das Diesseits und das Jenseits. Folgende Koranverse und Hadithe zeigen die weltlichen Nachteile.

Koranverse:
„Und diejenigen, die mit dem geizen, was Allah in seiner Huld ihnen gab, sollen nicht wähnen, es diene ihnen zum Guten: Nein, zum Bösen dient es ihnen. Als Kette sollen sie am Tag der Auferstehung um den Hals tragen, womit sie gegeizt hatten. Und Allahs ist das Erbe der Himmel und der Erde. Und Allah kennt wohl euer Tun.“
(Sure Âli Imrân, 3:180)

„Hast du den gesehen, der das (Letzte) Gericht leugnet? Er ist es, der die Waise wegstößt und nicht zur Speisung des Armen anspornt. Wehe denn den Betenden, die in ihren Gebeten nachlässig sind die nur dabei gesehen werden wollen und Hilfe versagen.“
(Sure Mâûn, 107:1-7)

Hadithe:

„Wenn Sadaka (Zakat) sich mit dem Besitz vermischt, so wird dieser Besitz vernichtet.“
(Bayhakî)

„Wer die Zakat für sein Eigentum nicht zahlt, von dessen Eigentum wird Allah seinen Schutz nehmen.“
(Lubab al-Hadith)

Die Ermahnungen in den Koranversen und Hadithen können so zusammenfasst werden:

1. Wenn das Gebot der Zakat nicht befolgt oder geizig gehandelt wird, so wird Allah diese Aufgabe von uns nehmen und einer anderen Gemeinschaft auftragen.
2. Güter, ganz gleich welcher Art, auf die keine Zakat entrichtet wurde, werden vernichtet.