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Lebensmittelpakete in 30 Ländern verteilt

Lebensmittel 14. Mai 2020

Die Corona-Pandemie hat weltweit zu massiven Einschränkungen geführt. Auch humanitäre Auslandeinsätze sind davon betroffen. Mesud Gülbahar, Vorsitzender des Hasene International e.V., berichtet im Interview über die aktuellen Hilfsaktionen und die Schwierigkeiten infolge des Corona-Virus.

Wie hat sich die Pandemie auf die Hilfsaktionen des Vereins ausgewirkt?
Die Pandemie hat unser Leben und unsere täglichen Gewohnheiten auf den Kopf gestellt. Gleichzeitig erwachsen aus der Krise für uns auch gewisse Verantwortungen. Im Rahmen unserer Hilfskampagnen sind wir besonders Rücksicht in solchen Regionen aktiv, in denen die Anzahl notleidender Menschen besonders hoch ist. Leider konnten wir aufgrund der Reisebeschränkungen in diesem Jahr keine
Helfer nach Afrika entsenden. Deshalb haben wir uns entschlossen, in unserer Nähe, also in Deutschland und Europa, gegen Armut aktiv zu werden.

Welche Aktionen haben Sie in der Corona-Krise in Europa durchgeführt?

HASENE International e. V.

Kreissparkasse Köln
IBAN: DE80 3705 0299 0149 2890 54
BIC: COKSDE33XXX

In vielen Ländern Europas haben wir neben Schutzmasken Lebensmittelpakete an Bedürftige verteilt, vor allem an Menschen, die zu Hause bleiben müssen und deshalb nicht einkaufen können, sowie an alte Menschen, denen es finanziell nicht gut geht. In Deutschland und den Niederlanden haben wir Lebensmittelpakete an Vereine wie die Tafel gespendet, in denen sich Bedürftige kostengünstig mit Lebensmitteln versorgen können. Auf dem Balkan und in anderen Ländern haben wir z. B. mit Essenslieferungen gezielt das Gesundheitspersonal in Krankenhäusern, das aufgrund der Corona-Krise unermüdlich im Einsatz ist, Polizei- und Feuerwehrkräfte unterstützt.

Vor allem ältere Menschen leiden sehr unter der Krise. Deshalb begrüßen wir die Aktion der IGMG-Jugendorganisation, die im Rahmen des Nachbarschaftsprojekts Ältere und Risikogruppen unterstützen, indem sie z. B. für sie einkaufen. Mit unserer Aktion „Gib, wenn du kannst. Nimm, wenn du brauchst“, die wir Köln und Wien durchgeführt haben, wollen wir zu mehr Solidarität und gegenseitiger Hilfe einladen. Im Rahmen dieser Aktion wandte sich in Mann an uns, der in Griechenland lebt und uns eigentlich nicht kennt. Er hatte durch Zufall von unserer Aktion erfahren, und fragte uns, ob wir seine betagten und hilfsbedürftigen Eltern, die in Köln leben, ebenfalls unterstützen können. Das haben wir natürlich getan.

Wie erreichen Sie in der aktuellen Situation die Bedürftigen in Afrika, Asien und im Nahen Osten?

In Zusammenarbeit mit der Vefa Sosyal Destek-Gruppe des türkischen Innenministeriums konnte unsere Zweigstelle in insgesamt 30 türkischen Regionen Lebensmittelpakete im Wert von umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro an Bedürftige übergeben. Darunter befanden sich auch 500 uigurische Familien, die in Istanbul leben.

Außerdem wurden zwei Tonnen Lebensmittel im syrischen Idlib und den umliegenden Zeltsiedlungen verteilt. Regionen wie Mynmar, Jemen, Ostturkestan und Sudan haben wir vorgezogen. Noch vor der Corona-Pandemie konnten wir unsere Helfer aus Sicherheitsgründen nicht in diese Länder entsenden. Weltweit gibt es nun die ersten Lockerungen der Sicherheitsmaßnahmen. Falls in diesem Zusammenhang der Flugbetrieb im Ramadan wieder aufgenommen wird, wollen wir Helfer losschicken. Im Niger und in Somalia, wo wir unsere eigenen Büroräumlichkeiten haben, konnten wir die Kampagne wie geplant durchführen. Allerdings befürchten wir auch, dass sich Virus schneller verbreitet, wenn die Menschen zu den Verteilstellen kommen. Wir möchten aber niemanden in Schwierigkeiten bringen, nur damit ein Lebensmittelpaket verteilt wird. Die Gesundheit geht in diesem Falle vor. Experten schätzen, dass in Afrika über 190 000 Menschen an einer Coronavirus-Infektion sterben könnten, wenn keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen getroffen bzw. eingehalten werden. Deshalb lassen wir die Verteilung in manchen Ländern im Moment ruhen.

Wie sieht es mit der Zakat- und Fitra-Kampagne aus?

Das Interesse an unserer Kampagne ist groß, und ich danke allen Freunden, Helfern, Ehrenamtlichen und Spendern. Obwohl die Zakat zu jeder Zeit abgegeben werden kann, erhalten wir besonders im Monat Ramadan viele Zakat-Abgaben, weil der Segen und die Belohnung im Monat Ramadan größer ist. Die Verwendung der gesammelten Zakat-Beiträge machen wir öffentlich. Unsere Entwicklungsprojekte, mit denen wir beabsichtigen, die Menschen in eine Position zu bringen, in der sie Zakat abgeben, anstatt Zakat zu nehmen, werden fortgeführt. Viele von uns sind in der Lage, Zakat zu entrichten. Wir danken Allah dafür. Wir leben in guten und friedlichen Verhältnissen. Wir müssen dankbar dafür sein. Deshalb sollten wir dem Gebot Allahs und dem Recht seiner Geschöpfe nachkommen.